Die Socke
- Piroska Kuhn

- 26. Juli
- 1 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 27. Juli

Eine Socke unter dem Bett ist in doppelter Hinsicht unordentlich, geradezu anarchisch. Zum einem natürlich im offensichtlichen Sinne: Ein Zimmer, in dem die Socken nicht ordentlich in Zweierpaaren in der Schublade verwahrt werden, sondern vereinzelt unter dem Bett herum liegen, zwischen Staubflusen und Schokoladenpapieren, ist Zeugnis für die unordentliche Konstitution dieser räumlichen Einrichtung. Dieser ersten Unordentlichkeit oder vielmehr ihrer Beschreibung immanent ist der zweite Faktor der Unordentlichkeit, oder vielleicht besser: der zweite Grad? Die Vereinzelung des Socken an sich, der doch nur im Zweierpaar gedacht und verkauft wird, widerspricht seiner Natur und stellt seine ontologische Immanenz zwischen Transzendenz und dem Transzendentalen infrage. Kurz: Ein Socken allein, das braucht kein Schwein.




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